Die Kranken- und Unfallversicherung Assura versucht Kunden für die Nutzung ihres Online-Service zu gewinnen. Wer den Online-Vertrag abschliesst, muss sich bereit erklären, auf jeglichen Versand via Postweg zu verzichten. Gleichzeitig lehnt es die Assura aber ab, die Verantwortung für die «Vollständigkeit und Korrektheit der übermittelten und zur Verfügung gestellten Daten» zu übernehmen. Assura-Kunde Andreas Lüthi liess die Versicherung wissen, dass er grundsätzlich am Online-Angebot interessiert wäre, zumal es Kosten spare - «aber nicht unter diesen Umständen». Die Assura teilte darauf mit, die Vertragsbedingungen seien «in Anlehnung an ähnliche Bedingungen von Banken» erstellt worden.

Rudolf Luginbühl, Ombudsmann der sozialen Krankenversicherung, findet die Formulierung problematisch: «Der Disclaimer geht sehr weit. Er kann im Extremfall bedeuten, dass die Kasse auch bei einer fachlichen Falschauskunft jede Haftung ablehnt.» Insbesondere in der Sozialversicherung könnten Falschauskünfte aber rechtliche Konsequenzen haben. Es sei deshalb fraglich, ob die Kasse diese einfach so wegbedingen könne. «Im Fall eines Fehlers in einem Dokument, für den wir direkt verantwortlich sind, werden wir diesen Artikel natürlich nicht anwenden», sagt hingegen Jean-Bernard Pillonel, Direktor Deutschschweiz der Assura. Bei den Nutzungsbestimmungen handle es sich um einen standardisierten Text, wie er auf vielen Internetseiten verwendet werde. Aufgrund des Hinweises des Beobachters wolle man den Wortlaut aber demnächst verbessern.