Die Krankenkasse Assura verhalf unlängst ihrem Kunden Peter Sennhauser zu einer neuen Identität. Der 37-Jährige ist dank seinem Krankenversicherer quasi über Nacht gealtert und darüber hinaus auch noch umgezogen – zumindest auf dem Papier.

Das kam so: Peter Sennhauser sandte zwecks Rückerstattung Kassenbelege an die Assura ein, erhielt diese aber wieder zurückgeschickt, weil der Gesamtbetrag weniger als seine Jahresfranchise betrug. Doch nicht nur seine eigenen Belege bekam er zurück – sondern zusätzlich ein fremdes Arztrezept sowie eine Apothekerrechnung. Die beiden Belege gehören einem gleichnamigen Versicherungsmakler, der 14 Jahre älter ist und zudem an einer anderen Adresse wohnt, wie eine kurze Recherche ergab.

«Menschliche Fehler passieren»
Verständlicherweise empört reagierte Peter Sennhauser der Ältere, als er von seinem Namensvetter über die Verwechslung informiert wurde. «Ich habe mich schon sehr darüber aufgeregt, dass die Assura so fahrlässig mit meinen Daten umgeht», sagt er. «Ich bin froh, dass das Arztrezept nur für Erkältungsmedikamente und nicht für etwas Heikleres ausgestellt war. Jemand, der Krebs hat, will vielleicht nicht, dass irgendein wildfremder Mensch davon weiss.»

Die Krankenkasse bezeichnet den Datenschlamassel als Einzelfall: «Ich bedaure das natürlich sehr, aber menschliche Fehler passieren leider», sagt Jean-Bernard Pillonel, stellvertretender Direktor der Assura, auf Anfrage des Beobachters. «Sobald wir wissen, wen es betroffen hat, werden wir dieser Person ein Entschuldigungsschreiben schicken.»

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