Der CSS steht weiterer Ärger ins Haus: Nach dem Bundesamt für Gesundheit haben nun vier Versicherte eine Strafanzeige gegen die Krankenkasse eingereicht. Die Anzeige richtet sich auch gegen den leitenden Vertrauensarzt Urs Märki und den Leistungschef Reto Dahinden. Diese hätten schützenswerte Personendaten «einer nicht überschaubaren Personengruppe uneingeschränkt zugänglich gemacht und somit die Datenschutz- sowie persönlichkeitsrechtlichen Ansprüche (…) nachhaltig verletzt», schreibt der Anwalt der vier Kläger.

Der Beobachter hatte im Januar aufgedeckt, dass im Computersystem des vertrauensärztlichen Dienstes der CSS hochsensible Patientendaten für mindestens 150 Personen, unter ihnen sogar Mitarbeiter der Administration, einsehbar sind. Im vergangenen Juni war auch der eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Hanspeter Thür aktiv geworden und hatte eine so genannte Sachverhaltsabklärung eingeleitet. Ein Augenschein bei der CSS werde in den kommenden Wochen stattfinden, erklärte Thürs Mitarbeiter Kosmas Tsiraktsopoulos auf Anfrage, ausserdem habe im Sommer mit der CSS «ein reger Briefwechsel» stattgefunden.