­Gesamthaft überwies sich der bereits Ende Oktober fristlos entlassene Chef rund 300'000 Franken, schätzt Hans-Peter Lang, der die Kasse leitet, bis die Nachfolge geregelt ist. «Wir reichten Strafanzeige ein, worauf er verhaftet wurde und ein Geständnis ablegte.»

Die fingierten Rechnungen liefen offenbar über den Namen eines seit Jahren verstorbenen Versicherten. Der Beschuldigte, der im Schreiben namentlich ­erwähnt wird, war erst im Juli 2008 zum Geschäftsführer befördert worden. Er verzichtet gegenüber dem Beobachter auf eine Stellungnahme mit der Begründung, es handle sich um ein laufendes Verfahren. Es sei aber noch keine Anklage erhoben worden.

Die Kasse, die 2008 hun­dertjährig wurde, hat 11'000 Versicherte in der sozialen Krankenversicherung. In Umfragen zur Kundenzufriedenheit des Internet-Vergleichsdienstes Comparis schnitt sie mehrmals als beste Kasse ab.