Schon wieder kündigen die Krankenkassen eine neue Prämienrunde an: Helsana, CSS, KPT und Visana werden auch im nächsten Jahr im Schnitt fünf Prozent höhere Prämien verlangen. Schuld daran sind die weiter stark gestiegenen Gesundheitsausgaben. So erhöhten sich die Kosten in der Grundversicherung im Jahr 2000 um weitere 5,8 Prozent. Dabei geben die Schweizer im internationalen Vergleich bereits heute am zweitmeisten für ihre Gesundheitsversorgung aus. Noch mehr zahlen nur die Amerikaner.

Die Kosten sind das eine, die Leistungen das andere. Wer nun aber denkt, dass das Schweizer Gesundheitssystem dafür um Klassen besser sei als das anderer Industrieländer, täuscht sich gewaltig. Denn punkto Qualität schneidet die Schweiz mit dem 20. Platz nur mittelprächtig ab, wie im Gesundheitsbericht 2000 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nachzulesen ist.

Auch die anderen Spitzenreiter bei den Kosten erbringen mit ihren superteuren Gesundheitssystemen nicht etwa Spitzenleistungen: Die USA liegen nur auf dem 37. Platz, Deutschland auf dem 25.

In den Genuss der besten Gesundheitssysteme kommen vielmehr die Franzosen und Italiener. Zum Vergleich: Ein Schweizer gibt für seine Gesundheit pro Jahr fast 50 Prozent mehr aus als die bestplatzierten Franzosen; im Vergleich zu den Silbermedaillengewinnern aus Italien sind es sogar 90 Prozent mehr.

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Für die Länderrangliste hat die WHO verschiedene Kriterien untersucht: Gesundheitszustand der Bevölkerung insgesamt sowie bei einzelnen Bevölkerungsgruppen, Kundenorientierung und Respekt vor den Patienten sowie die Verteilung der finanziellen Lasten. Insbesondere bei der Frage, wie gerecht die Gesundheitskosten auf die unterschiedlichen Einkommensklassen verteilt sind, schneidet die Schweiz mit dem 38. Platz äusserst unvorteilhaft ab.