Ein Spielwürfel per Post. «Damit die Pandemie nicht zum Glücksspiel wird», hat die Krankenversicherung Helsana kürzlich 55'000 Stück an kleine und mittlere Unternehmen verschickt. Statt Augen stehen Warnungen auf den Würfelseiten. Und was für welche: «Ansteckung» ist zu lesen, «Lieferschwierigkeiten» - und es kommt noch dicker: «Angst», «Personalausfall», «Konkurs».

Wer die mitgelieferte Broschüre liest, wird beruhigt: «Wir helfen Ihnen und Ihrem Unternehmen, sich auf das Unausweichliche einzustellen.» Das Unausweichliche hat einen Namen: Grippepandemie. «Die Frage ist nicht, ob eine ausbrechen wird, sondern wann.»

Die Helsana rät: «Reden Sie mit Ihren Mitarbeitenden, bevor es die Angst tut.» Von Barrieren und Schleusen lesen die verdutzten Chefs weiter, von Schutzkleidung, Masken, Desinfektionsmitteln. Auch eine «praktische Pandemieübung» könne nicht schaden. Man wähnt sich im Zivilschutz.

Die verängstigten Chefs können zum Glück etwas tun: das Pandemie-Starter-Kit «Basic» für Fr. 17.50 bestellen oder noch besser, das «Professional»-Kit für 28 Franken. Das schaffe «Sicherheit auf ungewohntem Parkett».

Auf ungewohntes Parkett begibt sich auch die Helsana mit dieser Marketingaktion. Leser des Beobachters waren entsetzt über die «Panikmache». Die Helsana verteidigt sich: «Viele Grossunternehmen haben Pandemieszenarien ausgearbeitet, weniger jedoch kleine und mittlere Unternehmen, die das Risiko Pandemie häufig noch nicht erkannt haben.» Alles nur, damit die Pandemie nicht zum Glücksspiel wird? Auch Marketing scheint mitunter Glückssache zu sein.

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