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KomplementärmedizinDiese Methoden sollen vorläufig vergütet werden

Obwohl ihre Wirksamkeit nicht erwiesen ist, sollen ab 2012 fünf alternativmedizinische Methoden von der Grundversicherung vergütet werden. Viele Fragen sind jedoch noch offen.

Die Zulassung von komplementärmedizinischen und traditionellen Arzneimitteln soll erleichtert werden. (Bild: Casey West)

aktualisiert am 12. Januar 2011

Die anthroposophische Medizin, Homöopathie, Neuraltherapie, Phytotherapie und die traditionelle chinesische Medizin werden ab 1. Januar 2012 provisorisch bis Ende 2017 unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet. Dies hat das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) entschieden, nachdem Volk und Stände bei der Volksabstimmung vom 17. Mai 2009 den Verfassungsartikel für eine bessere Berücksichtigung der Komplementärmedizin angenommen haben.

Die Übergangsperiode bis 2017 solle dazu genutzt werden, die kontroversen Aspekte zu klären: Bis heute fehlt der Nachweis, dass diese fünf Behandlungsmethoden die gesetzlichen Kriterien der Wirksamkeit, der Zweckmässigkeit und der Wirtschaftlichkeit (WZW) vollumfänglich erfüllen.

Das EDI werde Massnahmen treffen, um die umstrittenen Aspekte zu beseitigen und Klarheit in diesem Dossier zu schaffen. So soll unter anderem die Wirksamkeit dieser fünf komplementärmedizinischen Methoden von einer international anerkannten Institution überprüft werden. Diese soll bis Ende 2015 ein unabhängiges Gutachten sowie allfällige Empfehlungen unterbreiten.

Das EDI werde zudem in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kreisen die notwendigen Anstrengungen zur Konkretisierung des Verfassungsartikels in weiteren Bereichen fortführen. Dies betrifft insbesondere:

  • Das Medizinalberufegesetz. Mit der Teilrevision des Gesetzes soll die Komplementärmedizin in die Ausbildungsziele der Studiengänge für Humanmedizin, Pharmazie, Zahnmedizin, Chiropraktik sowie Veterinärmedizin integriert werden.

  • Das Heilmittelgesetz. Die Zulassung von komplementärmedizinischen und traditionellen Arzneimitteln soll erleichtert werden.

    Gewisse komplementärmedizinische Arzneimittel werden schon heute durch die Krankenversicherung vergütet. Die Spezialitätenliste enthält zahlreiche phytotherapeutische, homöopathische und anthroposophische Arzneimittel. Auch die Akupunktur wird, sofern sie von Ärzten ausgeübt wird, bereits vergütet.

  • Schaffung nationaler Diplome. Unter der Ägide des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) wird derzeit die Schaffung von zwei nationalen Diplomen (in Komplementärtherapie und in Alternativmedizin) geprüft. Des Weiteren erarbeiten das BBT und das BAG eine Vernehmlassungsvorlage für ein Gesetz über die nicht-universitären Gesundheitsberufe.

  • Förderung der Forschung. Die Komplementärmedizin hat Zugang zu Forschungsmitteln, soweit die entsprechenden Beitragsgesuche den Erfordernissen der Forschung − beispielsweise des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) – genügen.

  • Schaffung von Instituten und Lehrstühlen für Komplementärmedizin. Die Schaffung von Hochschulinstituten oder von Lehrstühlen liegt in der Kompetenz der Kantone. Der Bund kann diese jedoch unterstützen, beispielsweise durch Gewährung von projektbezogenen Zuschüssen. (EDI)