Helsana-Versicherte, die den Blutfetthemmer Sortis einnehmen, sollen das Medikament künftig über die Versandapotheke «Zur Rose» beziehen, vermeldete unlängst der «Tages-Anzeiger». Der Grund: Bei der «Rose» kostet das Mittel rund 50 Franken weniger pro Packung als in normalen Pharmazien. Wer sich nach wie vor in Apotheken eindeckt, soll künftig die Preisdifferenz selber berappen.

Darf der Versicherer das? «Meiner Meinung nach verstösst Helsana damit gegen die Gesetzgebung», sagt «KVG-Vater» Markus Moser, der als ehemaliger Chefbeamter im Bundesamt für Sozialversicherungen massgeblich am Bau des Krankenversicherungsgesetzes beteiligt war. Zwar dürfe sie Versicherte, die sparen helfen, mit Vergünstigungen belohnen. Sie müsse aber den in der Spezialitätenliste angegebenen Höchstpreis vergüten, wenn dieser bezahlt wurde und das Medikament in einer zugelassenen Apotheke bezogen worden sei.

Mit Generika liesse sich mehr sparen
«Wir sehen keine Bestimmung, die dieses Vorgehen verbietet», kontert Helsana-Sprecher Rob Hartmans. Das Bundesamt für Gesundheit klärt nun den Tatbestand und die Rechtslage ab. Das Ganze geschehe im Namen der Kostensenkung, will uns der Versicherer weismachen. Doch mit Generika liessen sich nicht nur 50, sondern bis zu 120 Franken pro Packung einsparen. So hilft Helsana in Tat und Wahrheit der Sortis-Herstellerin Pfizer, ihre äusserst lukrativen Pfründen zu wahren: 2006 hat der Pharmakonzern hierzulande mit dem Cholesterinsenker um die 100 Millionen Franken umgesetzt.