Leider ja. Die von Parlament und Bundesrat beschlossene Korrektur der Krankenkassen­prämien, die von 2015 bis 2017 umgesetzt wird, knüpft einzig an den Wohnsitz am 1. Januar des jeweiligen Korrekturjahrs an. Frühere Wohnsitze bleiben unberücksichtigt.

Dabei gibt es sozusagen Gewinner und Verlierer. Wer zu Jahresbeginn in den Kantonen BE, UR, OW, NW, GL, SO, BL, SH, AR oder JU wohnt, muss für das Jahr 2016 einen Prämienzuschlag von 48 Franken bezahlen, im Kanton LU sind es 18 Franken - völlig unabhängig von den früheren Prämien.

Versicherte in den Kantonen ZH, ZG, FR, AI, GR, TG, TI, VD und GE wiederum erhalten einen Prämienabschlag in unterschiedlicher Höhe; wie viel genau entnehmen Sie dieser Liste des BAG (PDF).

Die aktuelle Prämienkorrektur wurde auf Initiative einzelner Kantone hin beschlossen, weil sich seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes 1996 beim Verhältnis zwischen bezahlten Prämien und verursachten Behandlungskosten grosse kantonale Unterschiede ergeben haben.

Insgesamt wird ein Betrag von 100 Millionen Franken umverteilt. Dieser wird zu je einem Drittel von den Ver­sicherten der oben genannten Kantone, vom Bund und von den Krankenkassen getragen. Es handelt sich um eine poli­tische Kompromisslösung, die nur einen Teilausgleich schafft und natürlich bei weitem nicht jedem Einzelfall gerecht wird. Dazu müsste man für jede einzelne Person den Wohnsitz in den Jahren 1996 bis 2013 ermitteln und berücksichtigen. Das wäre wohl schlicht ein unmöglicher administrativer Aufwand.

Das soll nicht mehr vorkommen

Damit ein Ausgleich für mehrere Jahre in Zukunft nicht mehr nötig wird, plant der Bund in einem neuen Aufsichtsgesetz eine strengere Kontrolle der Prämienfestsetzung und einen jährlichen Korrekturmechanismus, um Fehleinschätzungen schon im Folgejahr auszugleichen.

Merkblatt des Bundesamts für Gesundheit