Es muss ihn eine hiesige Krankenkasse aufnehmen. Wenn mehrere Staaten eine Rolle spielen, koordiniert die EG-Verordnung 883/2004, welcher zuständig ist.

Es gilt das Erwerbs­ortprinzip: Angehörige von EU- oder Efta-Staaten unterliegen den Rechtsvorschriften desjenigen Staates, in dessen Gebiet sie arbeiten – und zwar auch, wenn sie in einem anderen Staat wohnen. Das gilt bei jeder selbständigen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit, und zwar unabhängig davon, ob die Tätigkeit unbefristet ist oder nur für eine kurze Dauer ausgeübt wird. Im Fall Ihres Enkels spielt es keine Rolle, dass er beim Obstbauer nur vier Monate angestellt ist.

Prämie ist von Staat zu Staat verschieden

Rund ein Drittel der Schweizer Kassen bietet die Krankenversicherung für Per­sonen an, die in einem EU-/Efta-Staat wohnen, einige davon nur für einzelne EU-Staaten. Die Versicherer haben für jeden Staat eine eigene Prämie zu berechnen, die auf den jeweiligen Kosten basiert. Eine Prämienübersicht finden Sie beim Prämienrechner des eidgenössischen Departements des Inneren.

Falls der Arbeitgeber eine Globalversicherung für seine Angestellten abgeschlossen hat, kann er ihn auch direkt gegen Krankheit versichern.

Ihr Enkel sollte darauf achten, dass er die Unfalldeckung ausklammert. Sein ­Arbeitgeber ist verpflichtet, ihn gegen ­Berufs- und Nichtberufsunfälle zu ver­sichern, da er mehr als acht Stunden pro Woche arbeitet.

Prämienverbilligung auch für Auswärtige

Ich möchte noch etwas ergänzen: Ich gehe davon aus, dass Ihr Enkel bei dem Obstbauern einen bescheidenen Lohn erhält. Die Schweiz gewährt Krankenversicherten mit Wohnsitz in der EU respektive Efta, die in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, Prämienverbilligungen. Ich rate daher Ihrem Enkel, eine Prämienverbilligung zu beantragen.

Für die Prämienverbilligung ist der Kanton des Wohnorts respektive in Ihrem Fall des Erwerbsorts zuständig.

Eine Adressliste der kantonalen Stellen zur Prämienverbilligung finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit.