Notfallmässig wurde Rosmarie Helg aus Berg TG ins Thurgauer Kantonsspital Münsterlingen eingeliefert. Die Diagnose: Ellbogenbruch. Und der nächste Ärger liess nicht auf sich warten - das Spital verlangte ein Depot von 6’000 Franken. Diese Massnahme sei nötig, weil die Krankenkasse von Rosmarie Helg, die KPT, im Gegensatz zu fast allen übrigen Versicherern keine Kostengutsprachen mehr für den Privatanteil leisten würde, so die Begründung der Klinik. Nach dem Spitalaustritt werde sie eine Abrechnung erhalten, mit der der Betrag von der KPT zurückgefordert werden könne.

«Eine Frechheit! Dabei haben wir die Krankenkassenprämien immer pünktlich bezahlt», sagt Ehemann Josef Helg. Die KPT wiederum will für die Unannehmlichkeiten nicht verantwortlich sein und schiebt die Schuld auf die Spital Thurgau AG, zu der das Kantonsspital Münsterlingen gehört: «Die Spital Thurgau AG weigert sich, mit uns Tarifverträge abzuschliessen. Diese Verträge sind für uns ein Mittel zur Kostenkontrolle», sagt Etienne Habegger, Mitglied der Geschäftsleitung bei der KPT. Er fügt aber einsichtig an: «Es handelte sich um einen Notfall; hier hätten wir kulant sein sollen.»

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