Exakt 262 Franken und 50 Rappen hätte das Ehepaar Baumann (Name geändert) aus Emmenbrücke LU zugut. Denn mit ihrem tiefen Einkommen haben sie Anspruch auf eine Prämienverbilligung der obligatorischen Krankenversicherung. Diese Subventionsregelung gilt schweizweit. Doch während einige Kantone direkt mit den Krankenkassen abrechnen, zahlen andernorts die Versicherten die volle Prämie und erhalten dann den erlassenen Betrag vom Kanton zurückerstattet. Theoretisch.

Denn «um die administrativen Kosten zu senken, zahlen wir nur Beträge ab 300 Franken aus», erklärt Daniel Wicki vom Gesundheitsdepartement des Kantons Luzern. Das Ehepaar Baumann hat somit nichts von der gesetzlich vorgesehenen Prämienverbilligung.

Auch Schaffhausen, Uri und Glarus zahlten nur Beträge ab 100 Franken aus - bis es Protest gab. In der Folge wurde die Grenze für nicht ausbezahlte Beträge gesenkt oder ganz abgeschafft. Neben Luzern kennt nur noch das Baselbiet mit 240 Franken einen ähnlich hohen Mindestbetrag; davon betroffen sind 1750 Haushalte, der Kanton Baselland spart so 300'000 Franken pro Jahr. Das soll sich ändern: SP-Landrat Ruedi Brassel wird einen entsprechenden Vorstoss einreichen. «Das ist eine verdeckte Sparmassnahme auf dem Buckel der unteren Einkommen», kritisiert er.

Die Baumanns hoffen, dass auch in Luzern die Politiker aktiv werden. «260 Franken sind nicht wenig Geld», sagt das Ehepaar, und: «Unsere Steuern müssen wir schliesslich auch auf den letzten Franken bezahlen.»

Anzeige