Kopf hoch, Andrea Vetsch. Kürzlich haben Sie sich in den Sattel eines edlen Springpferdes geschwungen. Plötzlich rannte es los. «Bitte, bitte halt an!», sollen Sie in Panik gerufen haben. Als das Tier vor einem Zaun abrupt stoppte, sind Sie kopfvoran auf die Nase gefallen. Pferde sind nun mal eigenwillige Wesen. Deshalb gleich den Reitstock an den Nagel zu hängen wäre aber völlig falsch. Besser schliessen Sie zu Ihrer Privathaftpflichtversicherung den Zusatz zum «Reiten fremder Pferde» ab.

Was viele Leute gar nicht wissen: Wenn ein Tier einen Schaden anrichtet, haftet laut Obligationenrecht nicht etwa sein Eigentümer, sondern der Halter. Wenn Sie also auf einem fremden Pferd ausreiten, gelten Sie während dieser Zeit rechtlich als dessen Halterin und können für die Folgen eines Unfalls zur Kasse gebeten werden. Gerade bei Pferden kann das schön ins Geld gehen.

Noch etwas, bevor Sie das nächste Mal aufsteigen: Denken Sie daran, dass Sie ein wild gewordenes Pferd niemals mit eindringlichem Bitten zum Stehen bringen werden. Senken Sie bewusst die Stimme (also «hooo» rufen, nicht «biiitte, biiiiitte»), ziehen Sie auf keinen Fall am Zügel (sonst gerät das Tier noch mehr in Panik) und klammern Sie sich ja nicht mit den Beinen am Pferd fest, sonst rennt es noch schneller. Am besten versuchen Sie, abzuwenden und einen Kreis zu reiten. Wie das geht, steht in der Bestseller-Reitlehre «So verdient man sich die Sporen» von Horst Stern.

Gute Lektüre wünscht Ihnen
Gabriela Baumgartner

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