Manchmal ist es schwierig, Geld loszuwerden - etwa im hiesigen Gesundheitswesen. So kommt es vor, dass Spitäler Geld nicht zurückzahlen können, wenn eine Krankenkasse die Rechnung für einen Patienten zweimal beglichen hat - was nicht selten ist.

Kein Problem, denkt der Laie. Das Spital macht die Kasse darauf aufmerksam, und der zweimal beglichene Betrag wird zurückgeschickt. Das Spital Sanitas in Kilchberg ZH fordert jeweils die Kasse per Brief auf, ihr eine Kontonummer mitzuteilen. Doch in zwei von drei Fällen reagiere die Kasse nicht, teilt das Spital mit. So haben sich im Laufe der Jahre beim Spital 200'000 Franken angesammelt, die auf einem Separatkonto vor sich hin schlummern.

Das Berner Unispital Insel bestätigt: «Wir haben einen grossen Aufwand für die Repatriierung der Doppelzahlungen.» Dieser Aufwand ist sogar grösser als die rund 40'000 Franken im Jahr, die sich an der Insel ansammeln. Es sei «nicht selten», dass Rückzahlungen von Kassen gar zurückgeschoben würden - mit der Begründung, man habe keine offenen Posten, sagt Sprecher Markus Hächler. Auch am Zürcher Unispital lagern 35'000 Franken solcher nachrichtenloser Vermögen. Im Vergleich zum Umsatz eines Spitals sind das natürlich winzige Beträge - und doch staunt man, wie sorglos einzelne Kassen mit Prämiengeldern offenbar umgehen.

Gemäss Krankenkassenverband Santésuisse lassen sich diese Doppelzahlungen «nicht völlig ausschliessen». Sie seien aber «nicht als Abwicklungsproblem mit grösserem Ausmass bekannt».

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