Rund 10'000 Verbandsmitglieder werden derzeit von Helsana-Beauftragten eines Call-Centers angerufen. Diese melden sich unter dem Verbandsnamen und drängen die Kleintierzüchter zu einem Beratungsgespräch.

Kontaktiert wurden auch Kinder, die dem Verband als Jungzüchter angehören, sowie Leute, die bereits bei der Helsana versichert sind. Beobachter-Leser Hans Zürcher aus Trub BE: «Wir sind Kleintierzüchter und wollen nicht Opfer von Versicherungsagenten-Terror sein.»

Eingebrockt hat sich der 25'000 Mitglieder grosse Verband die Telefonaktion jedoch selber. Er schloss mit der Helsana eine «Vertriebskooperation ab», wie Helsana-Sprecher Rob Hartmans sagt. Dank dem Kollektivvertrag erhalten Mitglieder günstigere Zusatzversicherungen. Weil der Verband der Helsana Zugang zu seinen Mitgliedern ermöglicht, verdient er sich einen «Administrationsbeitrag», laut Verbandspräsident Gion Gross 1,5 Prozent der Nettoprämien, die die Helsana mit Kleintierzüchtern abschliessen kann.

Was sagt der Präsident dazu, dass sich Versicherungsverkäufer unter dem Namen seines Verbands melden? «Das finde ich nicht gut, wir haben uns diesbezüglich bei der Helsana beschwert.» Dort tönt es etwas anders: Dieses Vorgehen sei mit dem Verband «vereinbart» worden, sagt Helsana-Sprecher Hartmans.

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