Margrit Wyser aus Niedergösgen erinnert sich noch immer gerne an die Ferien in Bali und den einstündigen Zwischenhalt auf dem mondänen Flughafen in Dubai. Dort nahm die 60-Jährige an der Bar eine kleine Erfrischung zu sich, die sie bar bezahlte.

Umso erstaunter war sie, als sie zehn Jahre später von der Citibank Dubai einen Brief bekam mit der Aufforderung, eine Kreditschuld von 19628 Arab Emir Dirham - rund 6800 Schweizer Franken - zu begleichen, die durch Käufe mit der Mastercard entstanden seien. Unterschrieben war der Brief von einem «Collection Manager» der Citibank - ohne Namensangabe.

Wyser, die weder eine Mastercard noch ein Konto bei der Citibank Dubai besitzt, fragte telefonisch bei der Zürcher Niederlassung des Finanzinstituts nach, was es mit dem Schreiben auf sich habe. Doch der Sachbearbeiter putzte sie herunter mit der Bemerkung: «Werfen Sie den Brief einfach in den Papierkorb.» Jetzt bekam es die Frau, die noch nie in ihrem Leben Schulden hatte, mit der Angst zu tun: Sie befürchtete, betrieben zu werden, wenn sie nicht auf die Zahlungsaufforderung reagierte.

Sie wandte sich ans Beobachter-Beratungszentrum. Die Intervention des Beobachters zeigte Wirkung: Die Bank klärte den Vorfall ab und entschuldigte sich bei der vermeintlichen Schuldnerin, die in Tat und Wahrheit Opfer einer Verwechslung geworden war: «Wir bedauern ausserordentlich, dass Ihnen dieser Brief Unannehmlichkeiten verursacht hat, da es sich bei der Adressatin offensichtlich um eine andere Person handelt.»

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