Marlies Kesseli aus Mörschwil SG staunte nicht schlecht: Gleich drei Briefe erhielt sie kürzlich von der Steuerverwaltung. Doch die Post kam nicht von ihrem Wohnkanton St. Gallen, sondern vom Fiskus des Kantons Bern.

Dabei ist die Treuhänderin bereits 1990 aus dem Berner Kantonsgebiet weggezogen. Mit dem Verkauf ihrer Liegenschaft 1991 waren alle Berner Bande gekappt. Dennoch brauchte es sechs Jahre und eine Intervention des Beobachters via Fernsehsendung «Quer» im Oktober 1996, bis das auch den Berner Beamten endgültig klar war.

Endgültig? Der erste Umschlag enthielt eine Steuerrechnung für 1990. Saldo: null. Aufatmen. Der Zweite war für 1991. Saldo: ebenfalls null. Super! Und der Dritte? «Das darf doch nicht wahr sein», sagt Marlies Kesseli gegenüber dem Beobachter. «Ich weiss nicht wie und warum: Doch die 17 Franken von damals sind wieder auferstanden.»

17 Franken kostete der Zahlungsbefehl, den Bern im Mai 1996 als Höhepunkt der zahlreichen Fehlleistungen nach Mörschwil schickte. Vier Monate später durfte «Quer»-Moderator Röbi Koller Frau Kesseli einen Blumenstrauss überreichen: im Namen der Berner Steuerbehörden. Die Blumen sind verwelkt – höchste Zeit also, um von Frau Kesseli wieder 17 Franken zu fordern? «Sicher nicht», beteuert Markus Langenegger von der Berner Steuerverwaltung, bereits sei eine Entschuldigung nach Mörschwil unterwegs. «Die 17 Franken sind seit 1996 abgeschrieben», das Ganze sei «ein bedauerlicher Fehler». Höchste Zeit also für einen neuen Blumenstrauss.

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