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Infina-KonkursVorsorgegelder verzockt

Vom Konkurs der St. Galler Infina GmbH sind auch drei Vorsorgeeinrichtungen betroffen.

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Die Sparguthaben von über 200 Versicherten der konkursiten Fina Freizügigkeitsstiftung sind wohl «höchs­tens noch zu rund 40 bis 50 Prozent gedeckt», schreiben die Liquidatoren. Weil diese Stiftung weder dem ­Sicherheitsfonds BVG angeschlossen ist noch dem Einlegerschutz untersteht, erwarten Betroffene grosse Verluste.

Verwaltet und veruntreut wurde das Vermögen von der Infina Vermögensverwaltungs AG. Auch die ist pleite. Rund 600 Anleger bangen um bis zu 50 Millionen Franken. Strafverfahren wurden eingeleitet.

Der Konkurs betrifft auch die Fina Vorsorgestiftung und die PK-FIV. Deren provisorische Jahresrechnung weist einen Verlust von über 3,6 Millionen aus – mehr als die halbe Bilanzsumme. Der Deckungsgrad liegt unter 50 Prozent. Martin Hubatka, interimistischer Stiftungsrat: «Alles deutet darauf hin, dass Vorsorgegelder gesetzeswidrig in dubiose Firmen und Fonds aus dem Infina-Dunstkreis angelegt wurden.»

Sind die Vorsorgeeinrichtungen nicht zu sanieren, springt der Sicherheitsfonds BVG ein. Für Mitglieder der Fina Freizügigkeitsstiftung existiert dagegen keine Auffangeinrichtung.

Bleibt die Frage nach der Rolle der Aufsichtsbehörden. «Unser Amt hat die Aufsicht umfassend und gemäss den ­gesetzlichen Vorgaben wahrgenommen», so Erich Peter, Chef der Zürcher Aufsicht. Die Krux: Sein Amt sieht die Jahresrechnung erst sechs Monate nach Abschluss des Geschäftsjahres. Bei Veruntreuungen kommt die amtliche Feuerwehr hoffnungslos zu spät.

Veröffentlicht am 16. März 2010