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Ökologisch riskantETH-Professoren kritisieren ihre Pensionskasse

Die Publica zeigt sich gesprächsbereit, wie mit Energieversorgern mit einem Kohleanteil umgegangen werden soll.

166 Professoren und Mitarbeitende der ETH Zürich und Lausanne fordern: Ihre Pensionskasse Publica soll Beteiligungen im fossilen Sektor abstossen.

von aktualisiert am 14. August 2018

Die besten Forscher der Schweiz wollen die Klima­erwärmung nicht nur mit Worten bekämpfen. 128 ETH-Professoren aus Zürich und Lausanne und 38 Mitarbeitende der ETH-Institute verlangen von ihrer Pensionskasse Publica, die Pariser Klimaschutzziele ernst zu nehmen. Das Vor­sorgewerk der Bundesangestellten müsse bis in fünf Jahren alle Beteiligungen im fossilen Sektor abstos­sen Pensionskassen Kassen heizen das Klima auf , heisst es im Brief. Nur wenn eine Firma darlegen kann, wie sie trotz ihren Geschäften die globale Erwärmung eindämmen kann, ­solle sie vom Verkauf ausgenommen werden. Im Fokus stehen Beteiligun­gen an Firmen wie ExxonMobil.

«Der Klimawandel wird mit dem Anstieg des Meeresspiegels und mit der Zunahme von Extremen wie Hitzewellen und Starkniederschlägen weitreichende ökologische Konsequenzen haben», schreibt der Walliser Physiker Carlo Albert, der die Aktion initiierte. Radikal ist die Forderung der Topforscher nicht. Im Juli hat der Schweizer Versicherungskonzern Swiss Re beschlossen, mit keiner Firma mehr zu ­geschäften, die über 30 Prozent ihres Geschäfts mit Kohle macht.

100'000 Versicherte

Man nehme den Brief ernst, sagt Patrick Uelfeti, Anlagen-Vizechef der Publica. Aus reinen Kohleproduzenten sei die Pensionskasse des Bundes 2016 ausgestiegen. Im Moment diskutiert die Kasse mit 100'000 Versicherten und 39 Milliarden Franken Vermögen, wie sie mit Energie­versorgern mit einem Kohleanteil umgehen will. Uelfeti betont, dass die Publica ihre Entscheide nach finanziellem Risiko Pensionskassen PK-Renten sinken mehr als nötig fälle. Man verkaufe nicht aus politischen Gründen, sondern nur wenn das Risiko von Wertminderungen steige. Und das sei bei Kohle der Fall. Zudem investiere die Publica nicht in Firmen, die gegen Schweizer Gesetze oder internationale Abkommen versties­sen wie etwa Hersteller von ­Personenminen.

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Tina Berg, Online-Redaktorin

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