Weitere Ableger italienischer Beratungsinstitutionen sind mit Betrügern konfrontiert. Jetzt tauchen zwei weitere Fälle auf, wie Recherchen des Beobachters zeigen.

Der frühere Berner Büroleiter des Patronats Enas wurde 2009 vorübergehend in Untersuchungshaft genommen, bestätigt die heutige Bürochefin Manuela Orrigo. Er soll finanzielle Probleme gehabt und sich von vielen Leuten Geld geliehen haben. Ob es zur Veruntreuung ganzer Vorsorgeersparnisse gekommen ist, sei nicht klar, sagt Orrigo. Der Fall endete tragisch, der Büroleiter nahm sich Ende Oktober das Leben. Wenige Wochen vor seinem Tod hat er einem Geschädigten des Zürcher Falls vielsagend erzählt, er sei auch vom Büroleiter des Patronats Inca «unterstützt» worden, gegen den inzwischen in Zürich ermittelt wird. Ob zwischen den Fällen tatsächlich ein Zusammenhang besteht, bleibt offen.

Kassen haben nicht kontrolliert

Kürzlich wurde auch eine freiwillige Mitarbeiterin des Patronats Acli vorübergehend in Untersuchungshaft genommen, wie Patronatspräsident Ennio Carint bestätigt. Die nicht bei Acli angestellte Frau habe als Privatperson gehandelt. Die Staatsanwaltschaft Winterthur bestätigt Ermittlungen wegen Vermögensdelikten, das Ausmass sei noch unklar. «Ein Zusammenhang zu einem Patronat oder anderen Betrugsfällen ist bisher nicht ersichtlich», sagt Staatsanwältin Katrin Fidelis.

Mit sogenannten Patronaten will der italienische Staat seine Bürger im Ausland in administrativen Angelegenheiten unterstützen. In der Schweiz machte aber ausgerechnet der Büroleiter des Patronats Inca in Zürich während Jahren das Gegenteil: Er stellte den Pensionskassen gefälschte Auszahlungsgesuche und sackte die Gelder ein – die Kontrollen der Pensionskassen versagten. Rund 40 Rentner haben ihre gesamte Pensionskasse verloren, für die sie Jahrzehnte gearbeitet haben.