Seit Jahren bezieht Eva Ghelfi aus Wernetshausen ZH von ihrer Pensionskasse, der Zürich-Versicherungsgesellschaft, eine Invalidenrente. Anfang 2003 unterlief der «Zürich» ein Berechnungsfehler - sie zahlte Ghelfi für das erste Quartal 1140 Franken zu viel. Als die Überweisungen im nächsten Quartal massiv reduziert wurden, setzte sich Ghelfi telefonisch mit der «Zürich» in Verbindung. Man erklärte ihr, die Rente habe sich mit dem Eintritt ins Pensionsalter geändert.

Im gleichen Gespräch fragte Eva Ghelfi auch nach der höheren Zahlung, da sie diese nicht nachvollziehen konnte. Dies habe schon seine Richtigkeit, wurde ihr beschieden.

Aber knapp drei Jahre später, im März 2006, verlangte die «Zürich» das zu viel ausbezahlte Geld plötzlich zurück. Eva Ghelfi indes wollte nicht glauben, dass die Forderung nach so langer Zeit rechtmässig war, und wandte sich an den Beobachter. Der Tipp des Beratungszentrums: die Verjährung der Rückforderung geltend machen.

Doch erst nach einem ausführlichen Schreiben des Beobachters akzeptierte die «Zürich», dass die einjährige Verjährungsfrist schon ab jenem Zeitpunkt zu laufen begonnen hatte, als der Fehler hätte bemerkt werden müssen - nämlich anlässlich des Telefongesprächs 2003. Die Pensionskasse liess zwar offen, ob das Telefonat tatsächlich stattgefunden hatte, verzichtete aber kulanterweise auf die Rückforderung. «Das war eine echte Überraschung», freut sich Eva Ghelfi. «Ich hätte diese Summe nicht ohne Probleme zahlen können.»

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