Informationssuche im Internet, medizinische Beratung per E-Mail oder Telefon, webbasierte Patientendossiers: Im Gesundheitswesen kommen immer mehr elektronische Hilfsmittel zum Einsatz. Der Beobachter hat zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit eine repräsentative Umfrage zu ausgewählten E-Health-Anwendungen durchführen lassen (700 Telefoninterviews in der Deutsch- und Westschweiz mit Personen ab 15 Jahren). Das sind die wichtigsten Resultate:

  • Informationen zu Krankheit und Gesundheit: Der Hausarzt ist und bleibt die wichtigste Quelle (siehe Nebenartikel zum Thema «E-Health-Umfrage: Interessante Ergebnisse»). Bei den 45- bis 64-Jährigen liegen allerdings Zeitungen und Zeitschriften an erster Stelle, und bei den Hochschulabsolventen rangiert das Internet bereits an dritter Stelle. Apropos Internet: 80 Prozent der Nutzer gehen über eine Suchmaschine, mehr als zwei Drittel davon über Google.
  • Medizinische Beratung per Telefon: Diese Form der Konsultation kennen 28 Prozent (25 Prozent in der Deutsch- und 39 Prozent in der Westschweiz). Erst zehn Prozent haben sich bereits einmal telefonisch beraten lassen. Trotzdem ist eine knappe Mehrheit dafür, dass die Krankenkassen jenen Versicherten einen Prämienrabatt gewähren, die sich verpflichten, zuerst ein medizinisches Call Center anzurufen, bevor sie zum Arzt gehen.
  • Versichertenkarte: National- und Ständerat haben soeben der schweizweiten Einführung einer solchen Karte zugestimmt, 83 Prozent der Befragten haben sie bereits. Sehr umstritten ist, was darauf gespeichert sein soll – auch zwischen den Sprachregionen (siehe Nebenartikel zum Thema «E-Health-Umfrage: Interessante Ergebnisse»).
  • Diagnosecode: Seit Jahresbeginn ist auf jeder Arztrechnung die Diagnose als Code vermerkt. 64 Prozent der Bevölkerung wissen nichts davon. Trotzdem haben nur 43 Prozent der Deutschschweizer und 34 Prozent der Westschweizer Bedenken bezüglich Datenschutz.


Für Philippe Lehmann, Projektleiter Nationale Gesundheitspolitik, liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise für die künftige E-Health-Strategie von Bund und Kantonen: «Die persönliche Arzt-Patienten-Beziehung bleibt zentral. Neue Instrumente sollen sie unterstützen, aber nicht konkurrenzieren.»