Eine von über 100 Geschädigten ist Petra Müller (Name geändert). Die alleinerziehende Mutter hatte den Vater ihrer Kinder finanziell unterstützt und darum rund 35'000 Franken Schulden angehäuft. Als der Druck der Gläubiger unerträglich wurde, wandte sie sich an die VWH. «Wir verhandeln mit den Gläubigern eine Schuldenreduktion und verwalten ihre Schulden treuhänderisch. Es bleibt Ihnen mehr Geld für Freizeit und Vergnügen», pries sich die Firma an. Für das Abstottern in monatlichen Raten sollte Müller 11,9 Prozent Zinsen bezahlen. Doch der Terror der Gläubiger liess trotz den Ratenzahlungen nicht nach. «Ich erkundigte mich direkt bei meinen Gläubigern und musste feststellen, dass sie von der VWH nie Geld erhalten hatten», sagt Müller. Bis heute wartet sie auf die Rückerstattung der bereits geleisteten Zahlungen.

Ein Strafverfahren ist eröffnet

«Die über 100 Geschädigten haben rund 350'000 Franken einbezahlt», sagt Michèle Dupuis, für Wirtschaftskriminalität zuständige Untersuchungsrichterin im Kanton Bern. Sie führt gegen drei Verantwortliche der VWH ein Strafverfahren wegen gewerbsmässigen Betrugs. Neben der Geschäftsleiterin und deren Ehemann wird ausserdem gegen einen wegen Kreditbetrügereien vorbestraften Schweizer ermittelt. Er hat sich ins Ausland abgesetzt.

Dass die Geprellten wieder zu ihrem Geld kommen werden, ist jedoch unwahrscheinlich. Laut Dupuis ist es bereits weg.