Die Inkassofirma Intrum Justitia unterhält eine landesweit führende Datenbank zur Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Firmen. Die Skala reicht von A (sehr gut) bis E (sehr schlecht). Um ein A-Rating zu erhalten, muss man aber Schulden haben. Konkret: Ein A erhalten nur Personen, die bestehende Schulden oder Kreditverpflichtungen «regelmässig und pünktlich abbezahlen», erklärt Intrum-Sprecher Andreas Weidmann. Wer keine Schulden hat, erhält von der Inkassofirma automatisch ein B.

Das wäre an sich kein Problem, denn B bedeutet immer noch «hohe Kreditwürdigkeit»; zwei Drittel der Registrierten haben ein B, nur zehn Prozent ein A. Nicht allen Intrum-Kunden ist das aber geläufig. So war es bei Irene Stucki (Name geändert) aus Luzern: Als die 41-Jährige den Arzt wechselte, konsultierte dieser die Intrum-Datenbank und liess Stucki wissen: «Ihre Kreditwürdigkeit ist aber nicht die beste.»

Bei Intrum Justitia erfuhr Stucki ihr Rating: B. «Es ist doch grotesk, dass ich die Höchstnote nur erhalten würde, wenn ich verschuldet wäre», meint sie. Intrum-Sprecher Weidmann teilt diese Meinung nicht: «Das A-Rating steht nicht direkt im Zusammenhang mit Schulden, sondern mit korrekt bezahlten Zahlungsverpflichtungen.» Dumm nur, dass die Intrum-Kunden diesen Unterschied nicht kennen.