Die Peter Treichler Transport AG aus Otelfingen ZH befand sich Anfang 2006 in einer prekären finanziellen Lage. Deshalb hätte sie Kaution für die Schwerverkehrsabgabe (LSVA) bezahlen müssen. Das könnte für die Firma den Konkurs bedeuten, so der Firmeninhaber Peter Treichler damals gegenüber seinen Angestellten.

In der Tat ist das Transportunternehmen in den letzten zwei Jahren über rund 755'000 Franken betrieben worden. So überredete Treichler zwei Angestellte, sich als Halter seiner Lastwagen einzutragen. Die Mitarbeiter sagten zu, nachdem Treichler ihnen versichert hatte, sie hätten mit den LSVA-Kosten nichts zu tun. Dies ging so lange gut, wie die Chauffeure auch bei der Firma arbeiteten. Doch als sie die Stelle wechselten, erhielten sie jeweils von der Oberzolldirektion Betreibungen in der Höhe von 34'000 Franken für ausstehende LSVA-Beträge: Treichler hatte die offenen Rechnungen nicht beglichen. Als der Beobachter die Firma mit den Vorwürfen konfrontierte, schwieg Treichler (siehe Artikel zum Thema «LSVA: Chauffeur fährt auf»).

Ausschluss aus der Astag
Aufgrund der Beobachter-Berichterstattung hat der Schweizerische Nutzfahrzeugverband (Astag) bei seinem Mitglied eine Stellungnahme eingefordert. Dem ist Treichler trotz zweimaligem Schreiben nicht nachgekommen. Der Verband hat nun «das mutmasslich fehlbare Mitglied» ausgeschlossen. Treichler wollte sich auch dieses Mal gegenüber dem Beobachter nicht äussern.