Max Meier fiel aus allen Wolken, als er im Sommer 2001 von der Infoscore Inkasso AG in Schlieren eine Mahnung für rund 2200 Franken erhielt. Sofort meldeten er und seine Frau Lydia zurück, es müsse ein Irrtum vorliegen. Sie hätten noch nie von der Firma Pro Idee in St. Gallen gehört, die ihnen angeblich Waren geliefert habe; Infoscore solle den Fehler korrigieren. Als Antwort schickte die Infoscore eine Betreibung.

Max und Lydia Meier erhoben Rechtsvorschlag und verlangten Belege für die angebliche Warenlieferung. Sie fanden in den Infoscore-Daten diverse Unstimmigkeiten: bei der Adresse, beim Geburtsjahr sowie bei der Bestellung. Mit diesen Hinweisen meldeten sie sich erneut bei der Infoscore – wieder mit der Bitte, der Verwechslung nachzugehen. Doch statt diese Rückmeldung ernst zu nehmen und den tatsächlichen Schuldner zu suchen, bedrängte die Infoscore das Ehepaar Meier weiter – schriftlich und telefonisch.

Da sich Meiers nicht mehr zu helfen wussten, suchten sie beim Beobachter Rat. Dessen Intervention setzte dem Trauerspiel schliesslich ein Ende: Im Juni 2003 schrieb der Anwalt von Infoscore, dass das Inkassoverfahren eingestellt werde. Der Sachverhalt könne «im Zuge von aufwändigen Abklärungen nicht eindeutig erstellt werden». Pro Idee sei insbesondere nicht mehr in der Lage, einen Liefernachweis zu erbringen. Genau das hatten Lydia und Max Meier schon zwei Jahre früher geltend gemacht.

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