Im Mai 2014 teilt das Sozialamt Stansstad Daniel Feller* mit, er habe keinen Anspruch mehr auf staatliche Hilfe. Grund dafür sei die gute Finanzlage seiner Partnerin. Bei einem stabilen Konkubinat können die Verhältnisse des Partners mitberücksichtigt werden.

Feller will seiner Freundin aber keine finanzielle Last sein und erkundigt sich nach Alternativen. «Auf der Gemeinde sagte man mir, dass ich erst wieder Geld bekäme, wenn ich eine eigene Unterkunft hätte.» Kurz darauf findet er eine: ein Hotelzimmer in Hergiswil. Doch die 1000 Franken für die erste Miete fehlen ihm. Er fragt beim Sozialamt danach.

Doch dieses bleibt hart: keine eigene Wohnung, kein Geld. Feller sieht nur ­einen Ausweg: «Ich rief den Gemeindepräsidenten an und drohte, dass meine Partnerin mich polizeilich aus ihrer Wohnung abführen lässt. Dann hätte eben die Gemeinde eine Lösung suchen müssen.» Daraufhin zahlte das Amt Feller die benötigten 1000 Franken in bar aus. Allerdings nicht aus der Kasse der Sozial­hilfe, sondern aus den Spendengeldern der Winterhilfe, für deren Vergabe ebenfalls das Sozialamt zuständig ist.

Die 1000 Franken sind weg

Sprecherin Esther Güdel von der Winterhilfe Schweiz hält fest, dass man grundsätzlich keine Leistungen zahle, wenn der Staat dazu verpflichtet wäre: «Doch ­diese Regel wird leider nicht immer ­eingehalten.» Gemeindepräsident Beat Plüss und die Sozialhilfe Stansstad ­berufen sich aufs Amtsgeheimnis und wollen sich nicht äussern.

Weil Feller nach Hergiswil zog, suchte das dortige Sozialamt eine günstigere Bleibe für ihn. Seine Vorauszahlung ans Hotel erhielt er nicht zurück, obwohl er keine einzige Nacht im Zimmer verbracht hatte. 1000 Franken Spendengeld sind verloren. Und Stansstad ist einen Sozialhilfebezüger los.

*Name geändert