Liebe Frau Turner, Sie sind zurück auf den Konzertbühnen der Welt – und das mit bald 70 Jahren. Hut ab! Nun vermehren sie sich weiter, die von der «Bilanz» geschätzten 200 bis 300 Millionen Franken auf der hohen Kante. Bisher mussten Sie Ihr Vermögen und dessen Erträge ja nicht versteuern. Doch das ist vorbei: Das Zürcher Stimmvolk hat beschlossen, die Pauschal­besteuerung im Kanton abzuschaffen. Bald zahlen Sie also gleich viel Steuern wie Ihre reichen Schweizer Nachbarn.

Als Erstes werden Sie – wie wir alle – eine Steuererklärung ausfüllen müssen. Ein Graus! Die Formulare sind kompliziert, die Vorschriften ebenso. Am besten reichen Sie ein Fristerstreckungsgesuch ein, sobald die Steuer­erklärung eintrifft. Dann bleibt Ihnen Zeit, um den Beobachter-Ratgeber «Steuern leicht gemacht» zu lesen. Darin wird auf einfache Weise alles Wichtige zu unserem Steuersystem erklärt. Und Sie erhalten Tipps, wie Sie Steuern sparen können.

Als Selbständigerwerbende dürfen Sie zum Beispiel Berufsauslagen abziehen. Sammeln Sie also ab sofort sämtliche Spesenbelege und bewahren Sie Quittungen fein säuberlich auf, denn Sie dürfen nur geltend machen, was Sie auch belegen können. Seien Sie auch grosszügig mit Spenden an wohltätige und gemeinnützige Organisationen – auch damit verringern Sie Ihr steuerbares Einkommen. Und wenn Sie die Villa kaufen, in der Sie logieren, können Sie auch noch die Unterhaltskosten dafür abziehen. Sie sehen, mit dem nö­tigen Wissen lassen sich einige Steuerfranken einsparen.

Ein Gratistipp noch: Begleichen Sie Ihre Steuern möglichst früh, das Steueramt verdankt es Ihnen mit zwei Prozent Zins. Das ist mehr, als jede Bank zahlt – und erst noch mit Staatsgarantie!

Herzlich, Ihr Marcel Weigele