Beim Skifahren verspürte Daniel Willi plötzlich einen stechenden Schmerz im linken Knie – die Kreuzbänder waren gerissen. Er musste in einem Krankenhaus in Goldach SG operiert werden. Für die behandelnden Ärzte war der Bänderriss die Folge eines früheren Unfalls. Denn die Bänder waren seit einem Motorradunfall drei Jahre zuvor stark angerissen. Es handelte sich beim Durchriss um einen so genannten Folgeunfall.

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) sah dies anders: «Es handelt sich um ein neues Unfallereignis und nicht um einen Rückfall», teilte sie Willi in einer Verfügung mit. Eine Diagnose mit Folgen: Zuständig war nun nicht mehr die Suva, sondern Willis Krankenkasse. Diese wollte jedoch nicht für die Operation aufkommen, weil sie in einem ausserkantonalen Spital durchgeführt worden war – die Kosten von über 6000 Franken blieben an Willi hängen.

Angeschlagen durch den Unfall und ausserdem im Prüfungsstress, versäumte es der angehende Lehrer Willi, die Verfügung der Suva fristgerecht anzufechten. Als er deren Tragweite realisierte, bat er die Suva um eine Korrektur der Fehldiagnose. Vergeblich – ein Jahr lang hielt ihn die Suva mit ausweichenden Antworten hin. Erst als der Beobachter nachfragte, überprüfte sie Willis Fall. Ergebnis: Es handelt sich um einen Folgeunfall, und die Suva übernimmt die Kosten. «Wir entschuldigen uns für diesen Fehler», sagt Sprecher Erich Wiederkehr. Die Suva analysiere die Fehlbeurteilung und werde Verbesserungen prüfen.

Quelle: Lukas Unseld