Werni Burri war mit seinen Kindergarten-Gspäändli zu Besuch im Privatzoo der Gärtnerei Röösli bei Rothenburg LU. Die Kindergärtnerin führte die Kinderschar von einem Gehege zum anderen und erzählte von den Tieren. Ein Affe hatte es Werni besonders angetan - und dieser ihm. Mit grossen Augen bestaunte Werni das quirlige Geschöpf. Da langte der Affe plötzlich durch das Gitter, stibitzte dem neugierigen Besucher die Brille und zerbiss sie in Windeseile. Eine teure Delikatesse. Sachschaden: 506 Franken.

Die Haftpflichtversicherung des Zoos, die Alba, lehnte die Deckung ab: Das Gitter sei einwandfrei, die Werkeigentümerhaftung komme nicht zum Zug.

Stimmt, erwiderte der Beobachter, doch greife in solchen Fällen die Tierhalterhaftung. Das könne man so sehen, räumte die Alba ein. Doch der Zoobetreiber habe mit Warnschildern auf die Gefahr hingewiesen: Die Verantwortung liege also allein bei der Kindergärtnerin.

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Stimmt nicht, insistierte der Beobachter: Selbst gegenüber Kindern im Lesealter vermöchten Warnschilder allenfalls die Haftung des Tierhalters zu reduzieren - nicht aber beim leseunkundigen Werni.

Einzig ein engmaschigeres Gitter erfülle die Sorgfaltspflicht und befreie von der Haftung. Das überzeugte die Alba: Sie zahlte.