Anfang 2012 ist eine 50-jährige Tradition zu Ende gegangen: Die obligatorische Velohaftpflichtversicherung, verkörpert durch die Velovignette, wurde abgeschafft. Solange die aktuellen Vignetten aber noch gültig sind, also bis Ende Mai 2012, übernimmt die entsprechende Versicherung die Schäden, die Velofahrende verursachen. Danach kommt die Privathaftpflichtversicherung dafür auf.

Wichtig ist deshalb, dass Sie als Velofahrerin nun prüfen, ob Sie eine Privathaftpflichtversicherung haben. Wenn Sie zu jenen zehn Prozent der Bevölkerung gehören, die ohne unterwegs sind, sollten Sie unbedingt eine abschliessen.

Über die Privathaftpflichtversicherung sind Sie dann auch mit einem neuen Velo abgesichert. Es wird automatisch in Ihrer Police eingeschlossen. Abgedeckt sind Sie übrigens auch, wenn Sie mit dem Velo eines Freundes fahren.

Unterschiedlich handhaben die Versicherungen jedoch folgende Themen:

 

  • Selbstbehalt: Bei der Privathaftpflichtversicherung zahlt man im Schadenfall in der Regel einen Selbstbehalt. Meist beträgt dieser 200 Franken, massgebend sind die Bedingungen in der Police.
     
  • Auslandfahrten: Die meisten Privathaftpflichtversicherungen gelten weltweit. Prüfen Sie gleichwohl Ihre Police, wenn Sie mit dem Velo ins Ausland fahren.
     
  • Mehrpersonenhaushalt: Üblicherweise sind in der Familienversicherung Eltern und ihre unmündigen Kinder gedeckt. Einige Versicherungsgesellschaften schliessen auch junge Erwachsene – oft bis 25 Jahre – mit ein, solange sie ledig, noch in Ausbildung und nicht berufstätig sind. Kontrollieren Sie auch das in Ihrer Police.


Neu brauchen auch schwächere Elektrovelos (Tretunterstützung bis 25 km/h) keine Vignette mehr. Bei stärkeren E-Bikes (Tretunterstützung über 25 km/h) hingegen bleibt die obligatorische Haftpflichtversicherung bestehen – sie benötigen weiterhin das gelbe Kontrollschild.

Verursacht ein Velofahrer ohne Versicherung einen Schaden, deckt diesen zunächst der Nationale Garantiefonds – aber mit Rückgriff auf den Velofahrer.