Ana Putschnik aus Zürich wurde es sehr heiss in dem Magnetresonanztomographen (MRI). Zu Hause bemerkte sie tatsächlich starke Verbrennungen an den Oberarmen. Dabei war es nicht ihr erstes Mal im MRI. Wie zuvor, als die 68-Jährige ihr Knie untersuchen liess, wurde sie im medizinisch-radiologischen Institut der Zürcher Bethanien-Klinik aufgefordert, Schmuck und Büstenhalter abzulegen – Metall erhitzt sich im MRI. Alles andere durfte sie anbehalten, auch ihre Bluse mit Knittereffekt der Marke Hopsak.

Die Ärzte konnten sich die Verbrennungen nicht erklären. Klarheit brachte erst eine Analyse der Bluse durch die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt (EMPA): Diese ergab beim Kleidungsstück einen Metallanteil von 12 Prozent. Das sei unüblich hoch, sagt Dirk Hegemann, Leiter der Abteilung Advanced Fibres bei der EMPA. «Ein bis zwei Prozent sind normal.» In die Bluse sind Metallfäden eingewoben, mit denen der Knittereffekt erzielt wird.

Ungeklärte Schuldfrage

Weder im Berner Inselspital noch im Unispital Zürich ist ein solcher Fall bekannt. Patienten ziehen dort für die Untersuchung stets ein Spitalnachthemd an. Weshalb durfte Putschnik die Kleider anbehalten? Die Klinik Bethanien antwortet ausweichend – mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht. Generell würden die Patienten ihre Kleider bis auf die Unterwäsche ausziehen, so Röntgendiagnostiker Paul Hilfiker. Geschultes Personal weise auf die Wirkung von Metall hin.

Ana Putschnik wurde gesagt, sie könne ihre Kleider anbehalten. Eine Alternative sei ihr nicht angeboten worden. Wegen der ungeklärten Schuldfrage ist bis heute offen, wer für die langwierige Behandlung von Ana Putschniks Brandwunden aufkommen wird.