Die Brüder Ronny und Kenny Bürki arbeiten als Strassenbauer. Ein anstrengender Job – umso mehr freuten sie sich auf ihre Ferienwoche, die sie Anfang Juni mit ihren Freundinnen Nicole Baumgartner und Regula Schär in Ägypten verbringen wollten: sieben Tage Entspannung am Meer für insgesamt 4400 Franken.

Es kam anders: Am 29. Mai verunglückten die Brüder zusammen im Auto. Während Ronny leicht verletzt davonkam, wurde Kenny aus dem Wagen geschleudert. Er lag eine Woche im Koma, erlitt ein Hirntrauma und einen Schlüsselbeinbruch.

Ein Fall für die Annullationskostenversicherung, dachten sich die vier und meldeten sich umgehend bei der Elvia. Die Reiseversicherung wollte jedoch nur den Verunfallten, nicht aber den Freundinnen die Reise zurückerstatten: «Sie sind weder verwandt noch verschwägert und können die Reise zu zweit antreten», so die Begründung.

Doch wie hätten die Freundinnen die Reise geniessen sollen, wenn ein Partner schwer verletzt im Spital liegt? Die zwei Paare suchten beim Beobachter-Beratungszentrum Rat. Der Tipp war klar: nicht klein beigeben. Und so schrieben die zwei Frauen mit der Unterstützung des Beobachters mehrere eingeschriebene Briefe an die Elvia.

Diese lenkte erst nach dem dritten Briefwechsel ein: «Bei erneuter Überprüfung haben wir festgestellt, dass wir zahlungspflichtig sind. Wir bedauern unseren Fehler ausserordentlich.» Die vier erhielten 4160 Franken zurückerstattet. Jetzt freuen sie sich auf ihre nächsten Ferien.