Verlassen Ihre Söhne die markierte Piste, obschon Lawinengefahr besteht, kann das schwerwiegende straf- und zivilrechtliche Konsequenzen haben. Im schlimmsten Fall lösen die beiden eine Lawine aus, in der andere Wintersportler verunfallen. Das gerichtliche Nachspiel wäre garantiert: Ihre Söhne könnten wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung mit Gefängnis bis zu drei Jahren oder mit Busse bestraft werden.

Die zivilrechtlichen Folgen können teuer werden, denn sowohl Verletzte wie auch Angehörige von Getöteten haben Anspruch auf eine Genugtuung. Hinzu kommen noch unabsehbar hohe Schadenersatzansprüche für Heilungs- und Invaliditätskosten sowie kostspielige Rettungseinsätze von Suchtrupps oder Helikopter.

Die Privathaftpflichtversicherungen zahlen aber nur für einen fahrlässig verursachten Schaden. War der Schaden aber – wie bei Freeridern, die das kalkulierte Risiko suchen – mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussehbar, können die Versicherer ihre Leistung herabsetzen oder gar verweigern.

Um die Haftung zu beurteilen, spielen verschiedene Kriterien eine wichtige Rolle: Lawinenbulletin, Wetterbericht, Pistenmarkierungen und Lawinenwarnungen sowie die Zusammensetzung und das Verhalten einer Gruppe von Variantenfahrern. Sofern sie fähig sind, die Folgen ihres Tuns zu erkennen und entsprechend zu handeln, sind selbst Minderjährige persönlich schadenersatzpflichtig. Aber auch ihre Eltern können zur Kasse gebeten werden, selbst wenn sie nicht selber vor Ort waren. Die Haftung entfällt nur, wenn Sie als Vater oder Mutter klar machen können, dass Sie Ihre beiden Freerider sorgfältig erzogen und gut beaufsichtigt haben. Die Eltern sind deshalb nicht nur wegen der Gefahr für ihre Kinder gut beraten, wenn sie die Tiefschneeabenteuer ihrer Heisssporne im Auge behalten – sei es durch persönliche Begleitung ins Skigebiet oder indem sie ihnen eine professionelle Freeride-Ausbildung ermöglichen.

Anzeige