Viele Schweizer Haushalte bekamen am Freitag dicke Post:. In einem neutralen Fenstercouvert ohne Absender steckte ein Brief mit dem Betreff: «Verkehrsunfall vom 24.3.2009». Eine Anwaltskanzlei fordert die Kosten für ein Gerichtsverfahren ein: Insgesamt 86'000 Franken für ein medizinisches Gutachten sowie Anwalts- und Gerichtskosten, zahlbar innert 10 Tagen – «Vielen Dank für eine prompte Erledigung.»

Auch Nicole Bingham aus Wettingen erhielt einen solchen Brief: «Ich bin zu Tode erschrocken. Ich dachte, irgendjemand hat mir was angehängt.»

Erst beim zweiten Lesen fiel ihr der Hinweis zu unterst auf der Seite auf: «Wichtige Informationen auf der Rückseite.» Dort steht zu lesen: «Mit einer Rechtsschutzversicherung von TCS passiert ihnen das nicht».

Bingham hat dafür kein Verständnis: «Gerade älteren Leuten oder Menschen, die nicht gut Deutsch sprechen, jagt so etwas einen furchtbaren Schrecken ein», sagt sie.

Bingham ist nicht die einzige, die den Schreck schlecht verdaute. Beim Beobachter meldeten sich am Freitag etliche empörte Adressaten: Die Voten gehen von «unglaublich aggressiv», über «unerhört» bis «schwachsinnig und verblödet». Reaktionen auf eine gelungene Werbekampagne sehen anders aus.

Der TCS war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.