Trotz sofortigem Bremsen nahm die Fahrt ein unsanftes Ende. Ekrem Beglerbegovic wurde brüsk vom Motorrad gerissen und landete auf dem Hosenboden. «Ich war schockiert, wusste zuerst gar nicht, was mich zum Stürzen gebracht hat», erzählt er. «Doch dann sah ich das Seil am Boden liegen. Es war ohne Kennzeichnung über die Strasse gespannt gewesen.» Auch der 80-jährige Bauer, der die Kühe auf die Weide treiben wollte, war schockiert. Er gab sofort zu, das Seil nicht genügend gekennzeichnet zu haben. Beglerbegovic: «Der alte Mann war so durcheinander, ich musste ihn trösten. Ich selber hatte Glück und kam mit Schürfungen und Gelenkschmerzen davon.»

Ende gut, alles gut? – Beinahe. Die Haftpflichtversicherung des Bauern wollte den Schaden von 750 Franken am Motorrad nur zum Teil übernehmen. Die Versicherung argumentierte mit der so genannten Betriebsgefahr. «Ich konnte das nicht glauben und wandte mich ans Beobachter-Beratungszentrum.» Der Rat kam postwendend: Das Argument der Versicherung war zurückzuweisen. Die Betriebsgefahr spielte in diesem Fall keine Rolle – auch bei einem Velofahrer oder Skater hätte es böse Folgen geben können. Im Weiteren hätte der Bauer die Schnur kennzeichnen müssen.

Die Erfolgsmeldung liess nicht lange auf sich warten. «Ich bedanke mich für Ihren Rat. Die Versicherung hat den Schaden vollumfänglich übernommen. Der Töff ist geflickt und bereit für die nächste Fahrt durchs schöne Berner Seeland», schrieb Beglerbegovic dem Beobachter.

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