Stefanie Hoffmann hatte ihre Stelle in einem Restaurant in Weinfelden TG kaum angetreten, als sie unerwarteten Besuch erhielt: Eine Arbeitskollegin aus einem benachbarten Lokal schwärmte der 21-Jährigen vor, mit dem Verkauf von Finanzprodukten sei nebenbei viel Geld zu verdienen.

Die Serviceangestellte biss an und ging zu ihrer Bekannten nach Hause. Dort wartete bereits eine zweite Frau – eine Vermittlerin des Strukturvertriebs WNB in Stansstad NW.

Dann ging alles sehr schnell: Stefanie Hoffmann verpflichtete sich schriftlich, für ein fondsgebundenes Versicherungsprodukt der Pax-Versicherung innert 35 Jahren über 87'000 Franken zu zahlen und ein Basisseminar als WNB-Vermittlerin zu besuchen. Das scheinbare Zückerchen: neun Prozent Rendite auf dem investierten Kapital.

Doch eine Freundin öffnete Stefanie Hoffmann die Augen: Die Laufzeit der Versicherung war viel zu lang und der Sparteil des Finanzprodukts nur vage umrissen. Hoffmann kündigte die Police sofort, worauf die Pax mit einer Betreibungsandrohung konterte. Erst als der Beobachter intervenierte, löste die Versicherung den Vertrag auf – ohne jegliche Folgekosten für Hoffmann.

Die WNB-Verantwortlichen stellten sich trotzdem voll hinter das forsche Vorgehen der beiden Vermittlerinnen. Stefanie Hoffmann kann das egal sein: «Nochmals herzlichen Dank für alles», schrieb sie dem Beobachter. «Hoffentlich können andere Leute aus meinem Fall etwas lernen.»

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