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Das neue UrteilSchwerer Skiunfall gehört untersucht

Schwerer Skiunfall gehört untersucht
Bild: Thinkstock Kollektion

Nach einem Unfall, seit dem ein Skifahrer querschnitt­gelähmt ist, hatte die Berner Staatsanwaltschaft keine Strafuntersuchung durch­geführt. Das geht nicht, rügt jetzt das Bundesgericht.

von Barblina Töndury

Der Skifahrer stürzte im März 2010 in Wengen BE zwischen zwei Markierungsstangen über den Pistenrand hinaus in eine Geländesenke. Er verletzte sich schwer am Rücken und ist seither querschnittgelähmt. Der Skifahrer reichte Strafanzeige ein. Er warf den Sicherheitsverantwortlichen der Piste fahrlässige schwere Körperverletzung vor.

Die Berner Staatsanwaltschaft weigerte sich jedoch, ein Verfahren zu eröffnen, und wurde vom Berner Obergericht darin gestützt. Die Senke sei markiert gewesen. Der Skifahrer habe sich leider geirrt über den Verlauf der Piste. Die Pistenverantwort­lichen hätten ihre Sorgfaltspflicht aber nicht verletzt, und eine Strafuntersuchung sei nicht nötig.

Ganz anderer Auffassung ist das Bundesgericht, das die Beschwerde des Skifahrers nun gutgeheissen hat. Auf eine Strafuntersuchung darf laut Bundesgericht nur verzichtet werden, wenn klar feststeht, dass keine Straftat vorliegt. Wenn jedoch wie hier eine Person bei einem Unfall eine schwere Verletzung erleidet und nicht auszuschliessen ist, dass eine Drittperson ihre Sorgfaltspflicht verletzt hat, ist zwingend eine Strafuntersuchung zu eröffnen.

Bundesgericht, Urteil vom 30. September 2011 (18_365/2011)

Veröffentlicht am 2011 M11 21