Gemäss Beobachter-Recherche überlässt der gemeinnützige Zürcher Verein Blindenhaus mit seinem Millionenvermögen die Rechnungsführung einem vorbestraften Betrüger: der Firma Rowe Consulting von Roland W.

Roland W. wurde vor drei Jahren in Lenzburg wegen mehrfachen betrügerischen Konkurses zu zehn Wochen Gefängnis bedingt verurteilt, seine damalige Frau Heidi wurde freigesprochen. Inzwischen ist sie Vizepräsidentin des Vereins Blindenhaus, der in Zürich Zimmer an Sehbehinderte vermietet.

Bereits im April 2007 hatten die beiden Vorstandsmitglieder Sibylle Holdener und Andrea Blaser Einblick in die Buchhaltung des Vereins verlangt. Sie wurden vom Präsidenten Beat Link zusammen mit fünf weiteren Mitgliedern aus dem Verein geworfen (siehe Artikel zum Thema «Blindenhaus Zürich: Eine undurchsichtige Sache»). Dagegen haben sie jetzt Klage eingereicht.

Roland W., der vorwiegend in Österreich geschäftet, ist auch dort ins Visier der Justiz geraten. So sass er bis Ende Mai mehrere Monate in Untersuchungshaft. Man wirft ihm Betrug vor - es geht um mehrere hunderttausend Euro.

Das Ermittlungsverfahren läuft noch. Ob der Blindenverein um Spendengelder betrogen wurde, ist unklar. Noch im Juni lobte Präsident Beat Link gegenüber dem Beobachter die Arbeit von Roland W.: «Die Buchführung wurde stets ordnungsgemäss gemacht.» Inzwischen schweigt Link zu den Vorwürfen. Weder Heidi noch Roland W. waren für eine Stellungnahme erreichbar.