Unter den Brutalo-Artikel im Strafgesetzbuch fallen nicht nur Video- und DVD-Filme, sondern auch Computerspiele. In diesem Bereich gibt es aber noch weniger Kontrollen. «Bei uns gab es wegen gewaltverherrlichender Computerspiele noch nie einen Gerichtsfall», sagt der Basler Kriminalkommissar Markus Melzl.

Bei der ABC Software GmbH, einem der grössten Softwarespiel-Lieferanten in der Schweiz, ist man nicht einmal sicher, was das Gesetz genau verbietet. «Wir halten uns deshalb an die deutschen Altersvorgaben», sagt ABC-Sprecher Stefan Meyer.

Mit anderen Worten: «Grausame» Spiele dürfen nur an Jugendliche ab 18 Jahren verkauft werden. Wie weit das in den Läden dann auch kontrolliert wird, steht auf einem anderen Blatt.

Mittlerweile regt sich aber zumindest in den USA Widerstand. Dies vor allem wegen des Amoklaufs zweier Schüler und Spielfanatiker an der High School in Littleton, Colorado. Die Familien der erschossenen Opfer haben 25 Firmen der Spielebranche auf fünf Milliarden Dollar Schmerzensgeld verklagt.

In der Anklageschrift finden sich so prominente Namen wie Nintendo, Atari, Sega und Sony Computer Entertainment. Das Verfahren ist noch hängig.

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