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BusseWegen diesem Foto «erschrickt» die Basler Polizei

«Grober Unfug»: Foto vor Polizeiposten.
«Grober Unfug»: Foto vor Polizeiposten. Bild: Privat

Zwei Freundinnen schiessen in Häftlingskluft ein Foto vor dem Polizeirevier. Doch die dortigen Polizisten verstehen keinen Spass.

von Daniel Benzaktualisiert am 2017 M10 12

Die Idee war witzig, das findet Jolanda Iten* bis heute. Ein Basler Bierlokal hatte für einen Fotowettbewerb dazu aufgerufen, unter dem Motto «#bierrevier» originelle Werbebilder einzureichen. «Wir dachten sofort an ein Polizeirevier als Kulisse», sagt die Absolventin einer Hotelfachschule.

Wenig später stand Iten zusammen mit ihrer Mitbewohnerin vor der Polizeiwache Kannenfeld im Stadtteil St. Johann. Und zwar so, wie sich kaum jemand in die Nähe der Polizei begeben würde, der Böses im Sinn hat: in der Hand eine Bierflasche, bekleidet mit Strumpfmasken und Sträflingskluft – Überbleibsel der Fasnacht, die kurz zuvor zu Ende gegangen war. Dazu hatte sich die 23-Jährige die Paintball-Pistole ihres Bruders ausgeliehen, schwarz angemalt, aber ungeladen.

«Polizei in Schrecken versetzt»

Kaum waren die ersten Bilder geschossen, stürmten die Beamten aus der Wache und unterbanden die Aktion. Die Spielzeugpistole wurde beschlagnahmt. Der Strafbefehl wegen «grobem Unfug», den die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt Monate später verschickte, schildert es so: «Passanten sowie die Polizeimannschaft wurden in Schrecken versetzt.»

Für Busse und Gebühren muss die Studentin nun rund 800 Franken zahlen, hinzu kommt ein Eintrag ins Strafregister – kein Pluspunkt bei der baldigen Stellensuche. «Lächerlich und völlig überzogen» findet die junge Frau das harte Durchgreifen der Polizei. «Es war doch leicht erkennbar, dass es sich um eine Spielerei handelte!»

«Die Kantonspolizei Basel-Stadt beurteilt ihr Vorgehen als geboten und verhältnismässig», sagt dagegen Martin R. Schütz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Er verweist auf die allgemein erhöhte Sensibilität in Zeiten von Terroranschlägen.

Fazit: Ausserhalb der Fasnachtszeit haben es fasnächtlich angehauchte Aktionen selbst in Basel schwer.

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Reto Stauffacher, Online-Redaktor

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