Das Konzept «Stiftung solidarische Schweiz» enthält die Leitlinien des neuen Sozialwerks. Die Stiftung hat drei Hauptaufgaben:

  • Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung.
    Sie fördert Integration und befähigt betroffene Personen zur Eigenverantwortung. Beispiel: Projekte, die von der nationalen oder der internationalen Hilfe «vergessen» werden.

  • Verhinderung von Gewalt, Menschenrechtsverletzung und Völkermord.
    Sie fördert das einvernehmliche Zusammenleben und unterstützt die Verständigung. Beispiel: Projekte im Bereich Generationenkonflikte, Rassismus, Jugendgewalt, Kriegs- und Folteropfer.

  • Aufbau von Strukturen einer funktionsfähigen und demokratischen Gesellschaft.
    Beispiel: Projekte zur Verhinderung von Problemquartieren in schweizerischen Agglomerationen.

Die Stiftung will «insbesondere Kindern und Jugendlichen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen». Sie achtet auf die angemessene Berücksichtigung von frauenrelevanten Projekten und legt Wert auf nachhaltige Entwicklung. Sie orientiert sich am Leitgedanken der Prävention und hat keinen reparativen Charakter.

Die Stiftung ist nicht selbst operationell tätig, sondern unterstützt Projekte von staatlichen und nicht-staatlichen Partnern. In Notsituationen kann sie Soforthilfe leisten. Die Stiftungsmittel sollen «im Mittel mehrerer Jahre gleichgewichtig im In- und im Ausland» eingesetzt werden. Periodisch verleiht sie einen Solidaritätspreis an Organisationen aus dem Inland oder dem Ausland.

Der Stiftungsrat aus sechs bis zehn Personen, «in der Regel schweizerischer Nationalität», wird vom Bundesrat ernannt. Eine «kleine, professionell organisierte» Geschäftsstelle mit einem Direktor oder einer Direktorin agiert als Exekutivorgan. Die Stiftung bestellt Fachgremien und zieht aussenstehende Fachleute bei.

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Das Stiftungskapital bilden die 500 Tonnen ausgelagertes Nationalbank-Gold. Der Wert dieses Vermögens muss erhalten bleiben. Nur die Erträge stehen jährlich als Stiftungsmittel zur Verfügung. Die Finanzierung ist bei Bundesrat und Kantonsregierungen unbestritten.

Uber die Verwendung der restlichen 800 Tonnen Nationalbank-Gold wird hingegen noch heftig debattiert. Zur Debatte stehen: AHV-Finanzierung, Bildungsmassnahmen und Schuldenabbau.