Unter www.ursulaeggli.ch warben die Feuerwehrmänner für ihre Sternfahrten, wo sich «Feuerwehren von nah und fern treffen, um die Kameradschaft und Erfahrungsaustausch zu pflegen».Ziel des Spiels mit der falschen Identität: «Suchmaschi­nen-Optimierung», sagte der Feuerwehr-Webmaster. Je mehr Websites auf eine bestimmte Seite verweisen, desto höher ist die Chance, dass man sie bei Suchmaschinen wie Google an erster Stelle findet.

Die Inhalte von Egglis Website löschte der Zürcher Oberländer Webmaster. Die Hinweise auf Bücher, Kontakte zu ihrem Freundeskreis und der Lebenslauf der Schwester von Gastropapst Daniel Eggli suchte man in der Folge vergebens im Netz. Mit seinen Aufrufen, er möge die Webadresse doch wieder an die Familie zurück­geben, stiess der Freundeskreis der Autorin auf taube Ohren. Dem Beobachter erklärte der Feuerwehr-Webmaster: «Ich habe die Seite rechtmässig erworben.» Und: «Ich möchte mich eigentlich nicht dazu äussern.»

Hintergrund des Streits: Die Nachlassverwaltung von Ursula Eggli hatte vergessen, die Webseite www.ursulaeggli.ch bei der Domainverwalterin Switch zu erneuern. Das nutzte der umtriebige Feuerwehrmann aus dem Zürcher Oberland und sicherte sie sich für gerade mal 17 Franken.

«Dies ist eine unerträgliche Respektlosigkeit verstorbenen Menschen gegenüber», sagt Gerd Josten vom Freundeskreis Ursula Egglis. «Es käme auch niemandem in den Sinn, einen Friedhof für Werbezwecke zu missbrauchen.» Aber im Netz seien Geschmacklosigkeiten ­offenbar keine Grenzen gesetzt. Immerhin hat es dem Feuerwehrmann gedämmert. Nachdem er sich «vertieft mit dem Thema auseinandergesetzt» habe, nahm er die Seite vom Netz – eine Stunde, nachdem der Beobachter nachgefragt hatte.

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