Die Liebe ist und bleibt das Wichtigste im Leben. Sie ist der Grund, weshalb es Leben gibt, weshalb wir überhaupt da sind. Sie ist das Beste, was uns passieren kann. Die Liebe ist kreativ, weil sie Träume freisetzt, die zur Erfüllung drängen. Sie trägt uns, beflügelt uns, hilft uns durch schwere Zeiten, inspiriert uns in guten Stunden. Sie kann uns zu besseren Menschen machen, wenn wir ihre Kraft spüren.

Und sie kann uns zur Verzweiflung treiben, wenn sie unerfüllte Sehnsucht bleibt. Das Fehlen von Liebe kann unsere Seele martern, unseren Verstand vernebeln, uns die Lebenslust rauben. Und Liebe kann in Hass umschlagen, Zerstörerisches in uns freisetzen, wenn wir den Glauben an sie verlieren.

Denn lieben – in welcher Form auch immer wir das tun – heisst immer auch glauben. Liebe kann nur entstehen und uns nur so weit tragen, wie wir an sie glauben. Unserer pragmatischen Erfahrung von Einsatz und Ertrag wird sie sich stets entziehen. Sie lässt uns deshalb immer etwas ratlos, weil sie sich nicht berechnen lässt mit einer Kosten-Nutzen-Kalkulation. Und sie erscheint uns gern als ungerecht, weil sie uns auffordert, uns jemandem oder einer Sache völlig hinzugeben, uns buchstäblich auszuziehen und jeden Schutz abzulegen, ohne zu wissen, was am Ende dabei herausschaut.

Sie ist, gerade deshalb, die schwierigste Aufgabe für uns, weil sie Grösseres verlangt, als den gewohnten menschlichen Eigennutz voranzustellen. Gut möglich, dass wir darum so oft scheitern im Versuch, Liebe zu zeigen und sie zuzulassen.

Und doch verlieren wir nie den Glauben daran, es nach jeder Enttäuschung erneut zu versuchen. Weil wir wissen, dass die Liebe eine einzigartige Macht hat, Neues zu schaffen, Bestehendes zu verändern und Träume umzusetzen.

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Von Eifersucht und anderen Qualen

Deshalb haben wir uns entschieden, die erste Nummer des neuen Jahres diesem Thema zu widmen. Unsere Redaktorin Andrea Haefely hat diese Ausgabe konzipiert, in der wir das Thema von A (wie Amor) bis Z (wie Zungenkuss) abhandeln. Wir zeigen Ihnen, was hinter dem Phänomen Eifersucht steckt und was sich dagegen tun lässt. Oder wie es die einzelnen Religionen halten mit den Themen Sex und Sünde. Was Nächstenliebe heissen kann, wie ein Sohn seinen Vater die Liebe wieder lehrt und was man tun kann, wenn das Herz zerbricht.

Es ist keine ganz normale Beobachter-Ausgabe geworden. Und doch hoffen wir, dass Sie vieles daraus ziehen können, wenn wir dem Thema Liebe etwas näher rücken. Das Jahr wird uns alle noch vor genügend schwierige Aufgaben stellen. Wenn es uns gelingt, mit dem Glauben an die Liebe zu starten, dann wird vieles möglich sein.

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