Alles könnte so schön sein. Letzten Herbst hat der FC Gränichen seinen zu klein gewordenen Fussballplatz für 4,5 Millionen Franken einer Pensionskasse verkauft, die dort Mehrfamilienhäuser bauen will. Der Handel brächte neue Steuerzahler und dem FC Geld für einen neuen Platz - wäre da nicht Veronika Hufschmid.

Lesern der «Aargauer Zeitung» (AZ) ist Hufschmid vor allem als Querulantin bekannt. Das ist das Verdienst von Regionalredaktor Marcel Siegrist, der sich in seiner Freizeit für den FC Gränichen engagiert. Siegrist liess Clubexponenten in der AZ unwidersprochen Behauptungen über Hufschmid verbreiten. Sie sei nicht gesprächsbereit und wehre sich mit ihrer Einsprache bloss aus Eigennutz.

Die Anlage käme «einfach an den falschen Ort», sagt hingegen Hufschmid. Die Zufahrt sei für die Junioren gefährlich, die geplanten Parkplätze beeinträchtigten die kantonale Veloroute oder kämen in die Uferschutzzone der Wyna zu liegen, die gerade für 16 Millionen Franken renaturiert wurde. Hufschmids Einsprache wurde vollumfänglich abgelehnt. Man fürchtet, die Pensionskasse könnte vom Kauf zurücktreten, wenn sich die Sache in die Länge zieht.

Als Hufschmid sich beim Regierungsrat beschwerte, klagte der FC, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen und ein vorzeitiger Baubeginn zu ermöglichen. Der Regierungsrat will nun den Ort Ende August in Augenschein nehmen. Ganz aus der Luft gegriffen sind Hufschmids Einwände wohl nicht: Die Parkplätze sind mittlerweile geändert, und ein Planungsbüro wurde mit dem Verkehrskonzept für den Sportplatz betraut.

Unterdessen steht Hufschmid weiter am Pranger. Während der Euro 08 schrieb Siegrist, «die wehrhafte Frau» hätte doch «Bock auf Fussball» und schmücke ihr Haus «gemäss ihrer Herkunft». Ihr Sohn hatte eine Deutschlandfahne aufgehängt. Hufschmid erhält seither feindselige Anrufe und SMS.

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