Der Libyer hatte in seiner auf arabisch gehaltenen Freitagspredigt Fürbitten ausgesprochen für «die kämpfenden Brüder in Tschetschenien, in Afghanistan, im Irak und in Palästina» und sinngemäss darum gebeten, dass Allah die Feinde des Islams bestrafen möge.

Der Beobachter hatte iden Fall publik gemacht (siehe Artikel zum Thema: «Islam: Im Namen Allahs»), die Freiburger Tageszeitung «La Liberté» griff ihn auf. In der Folge reichte die Ortssektion der SVP eine Strafanzeige ein wegen öffentlichen Aufrufs zur Gewalt. Der Prediger rufe zum Hass auf und zur Unterstützung von Terroristen in Afghanistan und im Irak. Der Imam, der seit Jahren von der Sozialhilfe lebt, hatte die Gläubigen ausserdem dazu ­angehalten, den Vorschriften Allahs zu folgen und nicht «den Lastern der westlichen Gesellschaft zu verfallen».

Der Verdacht, die Predigt stelle einen Aufruf zur Gewalt dar, sei nachvollziehbar, kam Untersuchungsrichter Jean-Luc Mooser zum Schluss. Trotzdem verletzten die Aufrufe kein Gesetz. «Dafür sind sie zu wenig konkret. In der Predigt ist nicht zum Hass auf eine bestimmte Gruppe aufgrund deren Rasse, Ethnie oder Religion aufgerufen worden», so Mooser.