Ertappte Sünder reagieren oft betupft: «Wir befinden uns im 21. Jahrhundert. Auch wir ‹Hinterwäldler› sind gezwungen, mit der Zeit zu gehen und uns betrieblich zu entwickeln.» So rechtfertigen fünf Grundeigentümer ihre jahrelange illegale Bautätigkeit im Weiler Hintervermol in der Gemeinde Mels SG. Ungeniert wurden Bienenhäuschen und Ställe zu Wochenendhäusern umgebaut, ein kilometerlanges Strassentrassee in den Berghang planiert, dafür Wald gerodet und ein Bach umgeleitet.

Erst als ein Bürger bei der Gemeinde nachfragte, wurde Bauverwalter Albert Camenisch tätig: «Wir haben einen Baustopp erlassen.» Weshalb intervenierte die Gemeinde aber nicht schon früher? Immerhin ist sie mit eigenem Land direkter Anstösser der Bausünder. «Die einheimischen Bauern schützen sich gegenseitig, und das Gemeindegebiet ist sehr gross», rechtfertigt sich Camenisch. Man sei deshalb auf solche Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

WWF beklagt «dreistes Vorgehen»

Nun wurden nachträglich Baugesuche eingereicht. Weil alle Bauten auch noch ausserhalb der Bauzone liegen, muss erst der Kanton die Gesuche prüfen. Der WWF hat bereits Einsprache erhoben. Für die Umweltschutzorganisation sind die Bauten nicht bewilligungsfähig; sie seien weder zonenkonform noch standortgebunden, und die Bewirtschaftungsstrasse führe durch ein Schongebiet. WWF-Vertreter Martin Zimmermann moniert, wie «dreist in Hintervermol vorgegangen wurde». Illegal gebaut werde aber leider vielerorts: «In Gemeinden, wo jeder jeden kennt, bleibt vieles im Dunkeln.»

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