Schmid hatte im Februar die Aufzeichnung eines Telefongesprächs ins Internet gestellt, das er mit Roman T. während eines begleiteten Urlaubs geführt hatte. Der «Sonntags-Blick» machte aus dem Gespräch einen reisserischen Artikel über Verwahrte, die sich im Urlaub ungehindert bewegen und gar fliehen könnten. Unerwähnt blieb, dass der wegen Unzucht mit Kindern verwahrte Roman T. seit Jahren sogar unbegleitete Urlaube verbrachte, ohne sich je etwas zuschulden kommen zu lassen.

Das Gespräch sei ohne seine Erlaubnis veröffentlicht worden, protestierte darauf der Verwahrte. Zudem sei er getäuscht worden. Schmid habe ihm zugesichert, alles in seiner Macht Stehende gegen die Missstände im Strafvollzug zu unternehmen. Dass er stattdessen eine Verschärfung des Strafvollzugs von Verwahrten wollte, habe er nie offengelegt. Schmid bestreitet beides. Er habe Roman T. gesagt, dass er andere Interessen verfolge. «Trotzdem hat er mir die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Gesprächs erteilt.» Die Kantonspolizei Aargau hat letzte Woche ihre Ermittlungen gegen Schmid abgeschlossen und «umfangreiche» Akten an die Untersuchungsbehörde überwiesen. Das Bezirksamt Lenzburg muss nun entscheiden, ob Anklage erhoben wird.

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