Im Mai 2008 berichtete der Beobachter über die Machenschaften der KBV-Chefs, die zum Zusammenbruch der Krankenkasse KBV Winterthur führten (siehe Artikel zum Thema «KBV Winterthur: Über erfundene Kunden gestolpert »). Innerhalb des Artikels nannte der Beobachter die vier Verantwortlichen mit Vor- und Nachnamen, was der im Artikel erwähnte ehemalige KBV-Finanzchef beanstandete. Er reichte über seinen Anwalt eine Beschwerde beim Schweizer Presserat ein.

In seiner Stellungnahme kommt nun der Presserat zum Schluss, dass eine Namensnennung legitim war, da ein überwiegendes öffentliches Interesse vorhanden sei. Dies insbesondere auch, weil der frühere KBV-Finanzchef weiterhin seine Dienste für Sozialversicherungen anbietet. Im Bereich der obligatorischen Grundversicherung nähmen die Krankenkassen eine delegierte öffentliche Aufgabe wahr. Die Verantwortlichen seien in Bezug auf die Namensnennung deshalb ähnlich wie Staatsangestellte und in Monopolberufen Tätige zu behandeln.