«Archision Nr. 1» nennt Manuel Bobst, 33, sein Werk. Mit dieser architektonisch gestalteten Raumfantasie hat er endlich seine Visionen mit seinem Handwerk verbunden. Als Kind hatte Manuel «Tausende von Plänen» gezeichnet, Pläne von Traumhäusern oder Kerzenziehmaschinen: «Aber es war immer nur gedacht, nie gemacht.» Bei der Berufswahl entschied er sich für den Innenausbauzeichner, auch dabei ging es ums Planen. Doch schliesslich hatte er genug von der Theorie und begann Möbel zu schreinern: ein Bett mit Tennisballfederung und ein Sideboard. Schwer fiel ihm das nicht: «Ich muss nur jemandem über die Schulter schauen, dann kann ich es auch.» Und er fand immer jemanden, dem er zuschauen konnte.

Weil er nur zur Miete wohnt, arbeitet er in der Holzwerkstatt eines Gemeinschaftszentrums. Dort steht nun seine «Archision»: Das Schreinern hat Manuel Bobst so gepackt, dass er ein halbes Jahr lang an seinem Werk herumfeilte. Immer wieder passte er Teile ein, verwarf sie und probierte etwas Neues: «Angetrieben von der Neugier, wie es am Schluss aussieht.»

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